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Sommergruß von Landesbischof Ralf Meister

Eingang: 09.07.2020, Veröffentlicht: 09.07.2020

Sommergruß von Landesbischof Ralf Meister
Foto: Michaeliskloster/Marianne Gorka

Liebe Schwestern und Brüder in den Kirchengemeinden!

“So schmeckt der Sommer!” Über einige Jahre summte uns eine Eiswerbung die Antwort ins Ohr. Eis und Sommer, Sonnenschein und freie Zeit - das gehört zusammen. Sommerzeit ist gnädige Zeit, ist Leichtigkeit und Lebensfreude. Die Tage ausklingen lassen, ihre Schönheit genießen auf der Terrasse am Abend. Am nächsten Morgen die Frische einatmen, die sich über Nacht breit gemacht hat und die Kühle ins Haus lassen. So schmeckt der Sommer.

Zum Sommer gehört auch eines der meistgesungenen Lieder aus unserem Gesangbuch: “Geh aus mein Herz und suche Freud!” Die meisten können es auswendig, zumindest die ersten Strophen. Ein fröhliches Loblied auf die Natur. Ein Freund erzählte mir jüngst, als er bei einem Spaziergang mit Kollegen umherzog und dieses Lied sang, hatten einige Tränen in den Augen, weil es das erst mal in diesem Jahr war, dass sie diesen Klassiker lauthals intonieren konnten. In diesem Jahr zieht ein “Aber” durch die Strophen dieses Liedes und durch den Sommer. Traurigkeit über verlorene Tage, für die der Sommerurlaub an fernen Orten geplant war. Schmerzvolle Erinnerungen an Monate, in denen persönliche Begegnungen fehlten, an die alleingelassenen Eltern, nahe Angehörige. Und trotzdem: Die Schwalben jagen durch die Luft, der Lavendel blüht und duftet, Sommergewitter ziehen übers Land. Es ist Sommer. Ein Sommer in dem viele Menschen Trost brauchen.

Paul Gerhardt lädt uns ein. Oder besser: Wir selbst müssen uns einladen. Welche Bilder sammeln wir, die bedeutsam und tröstend sind? Paul Gerhardt und die Menschen seiner Zeit dachten bei dem Wort “Schwalbe” nicht nur an den Zugvogel, sondern auch daran, dass die Schwalbe ein Bild für Christus ist. Die nistende Schwalbe ist in der Bibel Sinnbild für die Geborgenheit des Gottsuchers bei Gott (Ps 84,4), ihr Zwitschern ein Bild für inniges Beten (Jes. 38,14). Paul Gerhardt lenkt unseren Blick auf die Schafe und ihre Hirten. “Ich bin der gute Hirte” lesen wir im Johannesevangelium. “Und die Schafe kennen meine Stimme und sie folgen mir und ich gebe ihnen das ewige Leben.”

Die Natur ist wahrlich nicht nur voller Harmonie, auch das Covid-19 ist ein Teil der Natur. Aber die Schöpfung kann uns in die Schönheit des Lebens einführen und zugleich für unsere Endlichkeit sensibilisieren. Wir gehen hinaus und schicken unser Herz auf die Suche. Wir ermuntern uns selbst: Geh! Die sommerliche Veränderung beginnt mit einer Selbstaufforderung. Aufbrechen und eigenen Sommerbilder suchen. Tröstende Bilder. Hoffnungsvolle. Aus dem Michaeliskloster in Hildesheim kam die Idee, unter #GehAusMeinHerz in den sozialen Netzwerken Bilder dieses Trostes zu sammeln. Wenn sie digital unterwegs sind: Machen Sie doch mit! Ob digital oder analog: Trostsuchende sind wir in diesem Sommer und schicken unser Herz auf die Reise. Und wir werden einen Vorgeschmack auf Gottes Ewigkeit finden: Seine Gnad.

Einen erfüllten Sommer wünscht Ihnen

Ralf Meister
Landesbischof der Ev. luth. Landeskirche Hannover
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Hoffnungsbrief Nr. 16

Eingang: 08.07.2020, Veröffentlicht: 08.07.2020

Hoffnungsbrief Nr. 16
Foto: Ladwig


Liebe Gemeinde,

im Englischunterricht in der Schule habe ich irgendwann voller Erstaunen festgestellt, dass es im Englischen zwei Wörter für “Himmel”
gibt. “Sky” meint den Himmel, den wir sehen können, an dem die Wolken entlangziehen und die Flugzeuge Streifen malen. “Heaven”
dagegen ist der Himmel, in dem Gott zu finden ist - und in dem auch wir ein Zuhause finden werden, wenn wir diese Erde verlassen.

Ich finde diese Unterscheidung gut, weil sie deutlich macht, dass Gott eben nicht irgendwo über uns auf einer Wolke sitzt, weit entfernt, in sicherem Abstand zu seiner Welt. Gott lässt sich nicht beschränken
auf einen bestimmten Ort; sein Zuhause, sein Himmel ist überall und er ist auch um uns herum, hüllt uns ein und berührt unser Leben.

Aber wenn Gottes Himmel überall ist, dann ist auch Gott überall - dann ist Gott auch hier, bei uns. Er begegnet mir in seiner Schöpfung, die mich immer wieder zum Staunen bringt mit ihrer Vielfalt: die unzähligen Farben, Formen und Schattierungen der Blumen im Sommer - die unterschiedlichen Tierarten, von denen ich nur einen Bruchteil kenne. Landschaftsformen, Naturwunder - und natürlich der Mensch. Auch in den Menschen, die meinen Lebensweg kreuzen, begegnet mir Gott. Sie sind genauso vielfältig in ihrem Denken, Fühlen und Handeln wie alles andere in Gottes Schöpfung vielfältig und einzigartig ist. Von jedem, von jeder kann ich etwas lernen - für oder über mich selbst. Keine Begegnung ist ein Zufall, da bin ich mir ganz sicher, und ich bin dankbar für jeden Menschen, den ich kennenlernen darf, auch wenn der eine oder die andere mir manchmal das Leben schwer macht.

Ja, Gottes Himmel , sein Zuhause, ist hier bei uns. Gott ist bei uns. Und auch wenn ich IHN nicht berühren kann, so berührt ER doch mich und nimmt Anteil an dem, was mir geschieht. Er legt seinen liebevollen Blick auf mein -global gesehen– doch wenig bedeutsames Leben und gibt ihm damit eine besondere Würde.

“Gottes Güte reicht, so weit der Himmel ist.” - so sagt es der Mensch, der den 36. Psalm betet, und so wird er es erfahren haben auf seinem Weg. Ob er damit den Himmel über uns meint oder das Zuhause Gottes oder ob für ihn beides eins ist - das weiß ich nicht. Aber durch den ganzen 36. Psalm zieht sich diese Gewissheit: Gott ist bei mir, was immer mir begegnet. Und auch wenn sich alle Menschen gegen mich stellen und mir Böses wollen: Gott lässt mich nicht im Stich.
Denn seine Güte umspannt die ganze Welt und streckt sich über allem aus, was ist - so, wie es der Himmel über uns tut.

Irgendwie hat das ja auch etwas für sich, wenn wir Gottes Himmel in Gedanken über uns verorten. Nicht, weil wir dann aufschauen müssen zu Gott - ich glaube, das hat er gar nicht nötig. Aber haben Sie schon mal versucht, den Blick nach oben zu richten, wenn sie gebückt stehen? Das geht gar nicht! Wenn ich in den Himmel sehen will, muss ich mich aufrichten.

Manchmal drückt uns das Leben nieder. Manchmal scheint Gottes Güte meilenweit entfernt.
Aber Gottes Himmel ist ganz nahe, trotz Allem. Und wenn ein Unwetter über mein Leben zieht und die Last der Welt meine Schultern niederdrückt, reicht es manchmal schon, wenn sich die Wolken in den Pfützen spiegeln, um mich daran zu erinnern, dass der Himmel immer noch da ist.

Herzlichst, Ihre Zwischenzeit - Pastorin
Anne-Christin Ladwig
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Orgel Plus Konzert via Internet und CD

Eingang: 07.07.2020, Veröffentlicht: 07.07.2020

Orgel <i>Plus</i> Konzert via Internet und CD
Orgel-Plus-Konzert via Internet und CD

Das nächste Orgel-Plus-Konzert “Top mit Pop” in Hoyershausen wird wieder in der St.Marien- und Lambertikirche aufgezeichnet.
Auf dem Programm steht diesmal populäre Kirchenmusik für Gesang und Orgel. Zwei dafür bestens geeignete Künstler konnten dafür gewonnen werden: Caroline Berndt-Uhde aus Delligsen und Florian Schachner aus Höxter. Sie kennen sich untereinander gar nicht und werden ihre Programmanteile jeweils unabhängig voneinander vor laufender Kamera und Mikrofon einspielen. Die Organisatorin Gudrun Bosman ist sich aber sicher, dass ein stimmiges ganzes und interessantes Konzert entstehen wird. Das von Lars Röser-Israel hergestellte Konzertvideo wird ab dem 12.Juli auf dem You-Tube-Kanal kirche am külf zu hören sein.

Caroline Berndt-Uhde
übernimmt den sängerischen Part des Pop-Konzertes. Seit Jahrzehnten ist sie als nebenberufliche Kirchenmusikerin vor allem in Grünenplan tätig. Mit ihrer Anstellung im Jahr 2000 bei der dortigen Kirchengemeinde übernahm sie auch den Kirchenchor; aus einem Workshop entstand im Jahr 2011 der Gospelchor “The Green Fields”, den sie seitdem ebenfalls leitet und der regelmäßig in Gottesdiensten und Konzerten zu hören ist. Ihre Liebe zu modernem Liedgut entdeckte sie zwar als Organistin, nahm dafür aber schon bald die Gitarre zur Hand und erlernte das Gitarrenspiel nach Anleitungsheften von Reinhard Mey, dessen Lieder sie immer schon besonders liebte und der ihren eigenen Gesangsstil sehr geprägt hat. Ein wichtiger Schritt zur eigenen Gesangskarriere war das Vorsingen neuer Lieder vor der Gemeinde, bald auch am Keyboard mit eigenen Begleitungen. Dabei geht ihre warme ausdrucksstarke Stimme immer direkt ins Herz der Zuhörer, von Herz zu Herz sozusagen. Viele Jahre hat sie auch die Hot-Spot-Gottesdienste in der Alfelder St.Nicolai-Kirche musikalisch begleitet und ist durch die Zusammenarbeit mit dem Starlight-Swing-Orchestra aus der Alfelder Musikszene nicht wegzudenken.
Bei allen modernen poppigen Liedern, ob rhythmisch oder balladenhaft, ist ihr eine gute verständliche Textaussage und Botschaft wichtig, deshalb singt sie vor allem deutsche Texte.
In Hoyershausen wird sie aus ihrem großen Repertoire ihre Lieblingslieder präsentieren. Dabei begleitet sie sich selbst an Gitarre oder Keyboard.

Florian Schachner,
Jahrgang 1986, hat im Lauf seines A-Kirchenmusikstudiums an den Hochschulen in Bayreuth und Dresden hohe Qualifikationen in den Fächern Orgelimprovisation, Popularmusik, Klavier und Orgelliteratur mit Lehrerdiplom erlangt. Er entwickelte u.a. verschiedene Begleitmöglichkeiten an der Orgel, neue Kompositions- und Improvisationstechniken. Diese Kenntnisse wurden durch Teilnahme an Meisterkursen zur Orgelimprovisation noch vertieft. Er erhielt Stipendien und Auszeichnungen. Seit November 2014 hat er die Kreiskantorenstelle in Höxter inne. Neben seiner umfangreichen Tätigkeit als Kreiskantor mit Ausbildung von nebenberuflichen Kirchenmusiker*innen bietet er auch Fortbildungskurse für Improvisation, Rock und Pop an der Orgel an. Als Konzertorganist ist er in vielen europäischen Ländern unterwegs. In Hoyershausen wird er aus seinen Kompositionen poppiger und rockiger Orgelmusik spielen. Da darf man sehr gespannt sein, wie die alte Philipp-Furtwängler-Orgel ins Schwingen gerät ... .
Das Konzert wird zum vorgesehenen Termin ab dem 12. Juli ausgestrahlt.

Da die Musiker natürlich ein angemessenes Honorar erhalten sollen, wird um Spenden in beliebiger Höhe, per Überweisung auf das Konto des Kirchenkreises DE 13 2595 0130 0007 0097 74 (Sparkasse Hildesheim) mit dem Vermerk: Orgel Plus Konzert Hoyershausen 3027 -12400 gebeten. Vielen Dank, auch an die Förderer der Konzertreihe: die Volksbank eG Alfeld, die Kirchenstiftung miteinanderfüreinander und an den ortseigenen Förderverein Brunkensen-Hoyershausen.
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Gottesdienst am Leineberglandbalkon

Eingang: 05.07.2020, Veröffentlicht: 06.07.2020

Gottesdienst am Leineberglandbalkon
Die Kirchengemeinde Hoyershausen und die Kirchengemeinde Duingen luden zum Freiluftgottesdienst am Leineberglandbalkon ein. Ca. 50 Besucher fanden zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto den Weg zum Leineberglandbalkon.
Die Stühle waren in Coronazeiten mit Abstand aufgestellt.
Pastorin Ladwig und Pastor Röser-Israel gestalteten den Gottesdienst. Die vielen bekannten Lieder wurden von Organist Westphal am elektronischen Piano begleitet.
In der Predigt von Frau Ladwig ging es um die Schöpfung, was wir daraus lernen können, unseren Umgang und die Zuversicht.
Das Wetter war sehr wechselhaft. Teilweise regnete es leicht, so dass die Besucher Regenkleidung und Schirme nutzten. Aber wo Regen ist hat die Schöpfung auch ihr eignenes Schauspiel. Passend zur Predigt bildete sich ein intensiver Regenbogen im Külftal, der durch die Schutzhütte nicht von allen Besuchern gesehen werden konnte.
Bei Sonnenschein ging es wieder zurück nach Hause.
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Handschriftliche Lutherbibel - 2. Band mit dem 2.+3. Johannesbrief

Eingang: 03.07.2020, Veröffentlicht: 03.07.2020

Handschriftliche Lutherbibel - 2. Band mit dem 2.+3. Johannesbrief
Am 10. Februar 2019 wurde in einem Festgottesdienst die Handschriftliche Lutherbibel in zwei Bänden mit den Autoren präsentiert. Dort wurde auch angekündigt, die Bibel online zu stellen. Die Kapitel bis Philemon wurden bis Dezember 2019 online gestellt. Technische und zeitliche Probleme verhinderten eine weitere Veröffentlichung.

Jetzt werden die weiteren Kapitel kontinuierlich online gestellt:
Der 2.+3. Johannesbrief ist jetzt online.

Wenn Sie auf den Buchumschlag des 2. Bandes oder den Button unter dem Buchumschlag klicken gelangen Sie zum 2. Band.

Bedienungshinweise:


Die Seiten werden wie beim Gemeindebrief umgeblättert. Zwei Navigationsleisten ermöglichen eine schnellen Zugriff auf die Kapitel jedes Buches.

Die 1. Navigationsleiste ermöglicht den Zugriff auf die Bücher. In Band1 sind dies die Evangelien:

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  Mt   Evangelium nach Matthäus

  Mk   Evangelium nach Markus

  Lk   Evangelium nach Lukas

 Joh  Evangelium nach Johannes

UmR Umschlagbereich Rückseite. Hier wird auf die 1. Seite nach dem letzten Buch gesprungen. Die Umschlagrückseite selbst ist einige Seiten weiter mit  →  erreichbar.

Band2 Aufruf des 2. Bandes mit den Briefen

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Hoffnungsbrief Nr. 15

Eingang: 01.07.2020, Veröffentlicht: 01.07.2020

Hoffnungsbrief Nr. 15
Foto: Anne-Christin Ladwig


Liebe Gemeinde,

als Kind habe ich mal ein Buch gelesen, in dem ganz viele unterschiedlichen Geschichten standen - aber nicht wohlgeordnet nacheinander, sondern ineinander verwoben. Es ging um einen Jugendlichen, der auf einer einsamen Insel gestrandet war. Immer, wenn man ein Stück weit gelesen hatte, kam eine Seite, auf der alternative Handlungsmöglichkeiten aufgeführt waren:
Du bist vom Strand ein Stück in den Urwald hineingegangen. Nun hörst du in der Ferne Trommeln.
a) Schnell läufst du zum Wrack deines Bootes zurück. - Lese weiter auf Seite 23.
b) Du versuchst zu orten, woher die Geräusche kommen und läufst in die andere Richtung. Lese weiter auf Seite 50.
c) Du kletterst auf einen Baum und versteckst dich im dichten Blätterwerk. Lese weiter auf Seite 18.

Ausschlaggebend war für mich am Anfang: Wie komme ich möglichst zügig zum Ende des Buches? Allerdings habe ich schnell festgestellt, dass das nichts bringt - manche Wege entpuppten sich nämlich auch als Sackgasse und man landete an einem Punkt, wo es hieß: Blättere zurück zu Seite 5 und entscheide dich neu. Ich habe mich seitdem oft gefragt, ob das im Leben ähnlich ist: dass ich eine Entscheidung treffe - bewusst oder unbewusst - und dadurch gerät mein Leben auf eine Bahn, die mich am Ende nicht weiter bringt. Und manchmal, wenn etwas so richtig schief läuft, suche ich diesen Punkt, wo es begonnen hat; diesen Augenblick, vor dem noch alles hätte ganz anders kommen können. Aber im Leben ist es nie so, dass man die Möglichkeit hat, noch einmal umzukehren und zu Seite 5 zurückzugehen, um seine Entscheidung ein zweites Mal zu treffen, nur eben mit mehr Bewusstsein für die Konsequenzen.

Als ich in der Psychiatrie gearbeitet habe, bin ich auch Menschen begegnet, die in ihrem Leben zumindest an einer Stelle eine Entscheidung getroffen haben, die falsch war. Oft waren aber lange im Vorfeld schon die Weichen gestellt - auch an Punkten, wo sie keine Wahl hatten. Bei der Familie zum Bespiel, in die sie hineingeboren wurden. Gerade ist das Thema wieder aktuell: Kindesmisshandlung und Missbrauch in der Familie. Manche dieser Kinder sterben. Andere überleben. Und einige davon werden später selbst auffällig und schlagen einen Weg ein, der sie hinter Gitter bringt. Eine Patientin im LKH hat mir von so einer Kindheit erzählt und gefragt: Anne, wo war denn da dein Gott? Und ich hätte so gerne ihre Lebenszeit zurückgedreht, sie noch einmal auf Seite 5 anfangen lassen - und vorher die Seiten 1 - 4 umgeschrieben, um die Welt ein bisschen gerechter zu machen. Aber sowenig wie die Patientin zurückkehren kann zu Seite 5, sowenig kann ich ihr Leben für sie umkehren; kann ich es für keinen umkehren, auch nicht für mich.

Ist das Leben also eine Sackgasse? Ich glaube das nicht - und meine damit: glauben im tieferen Sinne des Wortes. Denn unser Glaube schließt Vertrauen, Hoffen, Wissen und manchmal auch Zweifeln mit ein. Bei Gott ist Umkehr denkbar - und mehr noch: von ihm gewollt und ermöglicht, weil Gott Vergebung verspricht. Diese Umkehr macht das Gestern nicht ungeschehen, aber sie hilft, ein Morgen überhaupt wieder in den Blick zu bekommen. Bei meiner Arbeit in der forensischen Psychiatrie habe ich eine Ahnung bekommen, was das heißt: aus der Vergebung zu leben. Und vergeben muss ich nicht nur anderen, sondern oft genug auch mir selbst. Wir können Entscheidungen nicht rückgängig machen, ein Lebensbuch nicht umschreiben, können nicht einfach zurückblättern zu Seite 5 - aber wir können ein neues Kapitel anfangen.

Herzlichst, Ihre Zwischenzeit-Pastorin
Anne-Christin Ladwig
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Erster Konfirmandenunterricht mit Pastor Röser-Israel

Eingang: 27.06.2020, Veröffentlicht: 28.06.2020

Erster Konfirmandenunterricht mit Pastor Röser-Israel
Nach mehreren Monaten fand am 27.6. wieder der erste Konfirmandenunterricht statt. Pastor Röser-Israel aus Brunkensen übernimmt dankenswerterweise den Unterricht in der Vakanzzeit. Da wir uns weiter in der Corona-Pandemie-Phase befinden, fand der Unterricht draußen statt. Dort können die Abstände besser eingehalten werden.
Eigentlich war am Nachmittag eine Fahrradtour zum Fußballgolf an den Humboldtsee geplant, aber für Samstag wurden Starkregen und Gewitter angesagt, so dass aus Sicherheitsgründen der Plan verschoben werden musste.
Der Starkregen ging dann doch nicht in unseren Gegend nieder sondern ein paar Kilometer weiter südlich. Lokal können solche Weterkapriolen noch nicht vorhergesagt werden.
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Handschriftliche Lutherbibel - 2. Band mit dem 1. Johannesbrief

Eingang: 25.06.2020, Veröffentlicht: 25.06.2020

Handschriftliche Lutherbibel - 2. Band mit dem 1. Johannesbrief
Am 10. Februar 2019 wurde in einem Festgottesdienst die Handschriftliche Lutherbibel in zwei Bänden mit den Autoren präsentiert. Dort wurde auch angekündigt, die Bibel online zu stellen. Die Kapitel bis Philemon wurden bis Dezember 2019 online gestellt. Technische und zeitliche Probleme verhinderten eine weitere Veröffentlichung.

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Band2 Aufruf des 2. Bandes mit den Briefen

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Hoffnungsbrief Nr. 14

Eingang: 23.06.2020, Veröffentlicht: 23.06.2020

Hoffnungsbrief Nr. 14
Foto: J. Woscholski


Liebe Gemeinde,

am 24. Juni ist der Johannistag, der an den Geburtstag Johannes des Täufers erinnert. Johannes gilt als Vorläufer Jesu, der als Prophet in der Wüste lebte unter Verzicht auf die Bequemlichkeiten der Zivilisation. Die Leute kamen scharenweise aus den Orten Judäas in die Wüste um zu hören, was er zu sagen hatte. Er predigte die Umkehr, war also ein echter Bußprediger und lebte den Leuten das auch vor. Gerade in Coronazeiten aktuell. “Mit eurem Leben kann es so nicht weitergehen. Ihr lebt auf Kosten der Schöpfung und euer Tun missfällt Gott. Kehrt um!”

Wenn alles normal erscheint, kehrt keiner um. Aber wenn wie gegenwärtig die Pandemie viele Gewohnheiten unmöglich macht, dann horchen wir auf. Umkehr liegt im Trend. Wir merken es an alltäglichen Veränderungen in unserem Leben: Man kann auf einmal nicht überall hinreisen wie man will. Grenzen und Regeln sind einzuhalten, um sich nicht anzustecken mit einer Krankheit, gegen die es noch kein Heilmittel gibt. Abstandsgebot und Mundschutz gelten, damit wir nicht selbst andere anstecken. Rücksichtnahme und Vorsicht sind auf einmal wieder modern. Johannes predigte aber nicht nur Umkehr und Gericht, sondern auch Hoffnung. Joh 3,17f heißt es: Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen = einzigen Sohn Gottes.

Wer die Warnungen des Johannes befolgt, der wird gerettet, wer sich dagegen um nichts schert, kommt um. Es ist wie innerhalb und außerhalb der Arche Noah, gut und böse, verderbt und gerettet, klipp und klar geschieden durch den rechten Umgang mit dem Wort Gottes. Pikanterweise sind es die extremeren Glaubensgemeinschaften, die Probleme damit haben Abstands- und Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen. Sie meinen, sie würden nicht krank, weil sie ja gläubig sind. Leichtsinnig und leichtgläubig zu sein ist in Coronazeiten besonders gefährlich. Vorsicht, Vernunft, Wahrhaftigkeit und ein nüchterner Christenglaube mögen auch Sie sicher durch diese besondere Zeit geleiten.

Ihr Pastor C. Meisiek
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Gottesdienst in Weenzen

Eingang: 21.06.2020, Veröffentlicht: 21.06.2020

Gottesdienst in Weenzen
Heute feierten wir den ersten Gottesdienst im Sommer. In der Nacht war der Sommeranfang.
Pastorin Ann-Christin Ladwig sang und begleitete das brasilianische Lied: "Du bist meine Zuflucht" auf der Gitarre.
Der Liedtext wurde per Beamer projiziert und konnte so von den Besuchern mitgelesen werden.
Für die Darbietung erhielt Frau Ladwig von den Gottesdienstbesuchern Applaus!
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Handschriftliche Lutherbibel - 2. Band mit dem 2 Petrusbrief

Eingang: 19.06.2020, Veröffentlicht: 19.06.2020

Handschriftliche Lutherbibel - 2. Band mit dem 2 Petrusbrief
Am 10. Februar 2019 wurde in einem Festgottesdienst die Handschriftliche Lutherbibel in zwei Bänden mit den Autoren präsentiert. Dort wurde auch angekündigt, die Bibel online zu stellen. Die Kapitel bis Philemon wurden bis Dezember 2019 online gestellt. Technische und zeitliche Probleme verhinderten eine weitere Veröffentlichung.

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Die Seiten werden wie beim Gemeindebrief umgeblättert. Zwei Navigationsleisten ermöglichen eine schnellen Zugriff auf die Kapitel jedes Buches.

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  Mk   Evangelium nach Markus

  Lk   Evangelium nach Lukas

 Joh  Evangelium nach Johannes

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Band2 Aufruf des 2. Bandes mit den Briefen

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Hoffnungsbrief Nr. 13

Eingang: 16.06.2020, Veröffentlicht: 16.06.2020

Hoffnungsbrief Nr. 13
Foto: Ladwig

Liebe Gemeinde,

In dieser Woche begleite ich mit meiner Gitarre die Töchter einer Freundin, die auf einer Beerdigung das Lied “Somewhere over the rainbow” singen. Da heißt es: “Eines Tages werde ich einen Wunsch an einen Stern schicken, und dort aufwachen, wo ich die Wolken ganz weit hinter mir lassen kann. Wo Sorgen und Ärger einfach so schmelzen, wie Zitronenbonbons. Ganz hoch oben über den Schornsteinspitzen, da wirst du mich finden. Irgendwo da oben, über dem
Regenbogen.”

Ein berührender Gedanke ist das, gerade bei so einem Abschied am offenen Grab. Auch wenn dieses Lied keinen christlichen Hintergrund hat — es stammt ja ursprünglich aus dem Musical “Der Zauberer von Oz” — so nimmt es doch ein Bild auf, das in unserem Glauben eines der eindrücklichsten Hoffnungszeichen ist: den Regenbogen. Ganz am Ende der Sintfluterzählung, nachdem der Tod alles Leben von der Erde weggespült und nur wenige Menschen zurück gelassen hat, malt Gott ihn an den Himmel. Farbe um Farbe, Pinselstrich um Pinselstrich, entsteht vor den noch regenverhangenen Wolken ein leuchtender Bogen in violett, blau, grün, gelb, orange und rot. Er soll, wann immer er am Himmel zu sehen ist, die Menschen daran erinnern, dass Gott ihnen zur Seite steht, was auch passiert. Er soll daran erinnern, dass Gott das Leben will und nicht den Tod. Bewahren will und nicht zerstören.

Es gibt Tage, da brauche ich diese Vergewisserung so dringend. Das Leben wirft manchmal Fragen auf, die zu groß sind für mich. Oft passieren Dinge auf dieser Welt, die mich zweifeln lassen an der Menschheit. Und in manchen Situationen stehe ich schweigend daneben und kann doch nichts anderes tun als die stumme Klage mit auszuhalten und in meinen Armen für einen Augenblick Halt zu geben. Diese ganzen Sorgen wie Zitronenbonbons schmelzen zu lassen, für
mich und für die, die mir anvertraut sind - das wäre so schön. Das Saure auf der Zunge zergehen zu lassen und die Süße noch stundenlang nachzuschmecken-denn das Leben ist nicht nur bitter, es ist auch süß. Und ich will die Wolken hinter mir lassen und sie gleichzeitig mit wegschieben für die, die selbst keine Kraft oder keinen Mut mehr dazu haben.

Wenn ich den Regenbogen am Himmel sehe, dann erinnert er mich daran, dass diese Welt, so wie sie ist, nicht dem Willen Gottes entspricht. Denn Gott will das Leben. Er will, dass es seinen Menschen gut geht, und was immer ich dazu beitragen kann, dass sein Wille wahr wird, das möchte ich tun.

Ja: Der Regenbogen ist ein Hoffnungsbild, und wann immer ich ihn sehe, spüre ich das in meinem Herzen. Auch wenn ich es naturwissenschaftlich erklären kann, wie durch die Lichtbrechung der Regentropfen dieses phantastische Naturschauspiel entsteht, bleibt dieser Rest Ehrfurcht, bleibt die Gewissheit, dass da eben doch mehr ist, als ich je mit meinem Verstand erklären und aus eigener Kraft bewirken kann. Und wenn die leuchtenden Farben aus den Wiesen aufsteigen und den Himmel berühren, dann fühle ich mich auf wunderbare Weise verbunden mit den Menschen, die diese Brücke schon beschritten haben und irgendwo da oben auf mich warten - über den Schornsteinspitzen, wo Sorgen und Ärger schmelzen wie Zitronenbonbons.
Irgendwo, über dem Regenbogen ...


Herzlichst, Ihre Zwischenzeit - Pastorin
Anne-Christin Ladwig
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Einladung Freiluftgottesdienst am Leineberglandbalkon

Eingang: 15.06.2020, Veröffentlicht: 15.06.2020

Einladung Freiluftgottesdienst am Leineberglandbalkon
Die Kirchengemeinde Duingen und die Kirchengemeinde Hoyershausen laden zum Freiluftgottesdienst ein:

Ort: Leineberglandbalkon

Zeit: 05.07.2020 um 17:00 Uhr

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Hoffnungsbrief Nr. 12

Eingang: 10.06.2020, Veröffentlicht: 10.06.2020

Hoffnungsbrief Nr. 12
Foto: Ladwig


Liebe Gemeinde,

Als wir am letzten Sonntag in Capellenhagen Gottesdienst gefeiert haben, musste ich an ein Lied denken, das ich gerne mag. Da heißt es: “Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht, und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt”.

Das Brot teilen - Abendmahl feiern - das geht nicht im Moment, wie so vieles nicht geht. Auch das Singen ist noch nicht erlaubt. So haben wir Liedstrophen gesprochen und auf dem Altar standen kein Brot und Wein, aber Sträuße aus leuchtenden Pfingstrosen.

Für viele Menschen ist das Abendmahl ein wichtiges Ritual des Glaubens. Wir vergewissern uns, dass Gott mit einem liebevollen Lächeln auf unser Leben schaut - und wir schärfen unseren Blick für die Menschen, mit denen wir gemeinsam auf dem Weg sind. Beides gehört unverzichtbar zusammen, und wenn wir Brot und Wein im Gottesdienst teilen, dann ist Jesus uns ganz nahe, dann ist er in unserer Welt.

Aber auch wenn wir nicht gemeinsam das Abendmahl feiern dürfen, so können wir doch kleine Abendmahlsmomente erleben, mitten im Alltag. Ich erinnere mich an einen Nachmittag in der Zeit, als ich mit meinem kleinen schwerstbehinderten Sohn Joni bei meinen Eltern wohnte. Joni hatte eine Therapiestunde gehabt und die Physiotherapeutin wollte sich gerade wieder auf den Weg machen, als meine kleine Nichte von nebenan rüber kam. Sie hatte eine Salzstange in der
Hand, die sie auf dem Weg schon in drei Teile geteilt hatte. Sie wusste ja, dass Joni keine Salzstangen essen konnte, und die drei Teile waren für meine Mutter, für mich und für sie selbst bestimmt. Ernsthaft reichte sie ein Stück meiner Mutter und eines mir. Dann stand sie mit ihrem letzten Stück Salzstange vor der Physiotherapeutin, mit deren Anwesenheit sie nicht gerechnet hatte. Sie schaute zwischen ihrem Drittel Salzstange und der Therapeutin hin und her
und überlegte. Dann brach sie das Drittel noch einmal auseinander und gab eines der Stückchen weiter, so dass keine leer ausgehen musste. Und auch wenn es keine Einsetzungsworte gab und keine Liturgie - etwas vom Geist des Abendmahls war für mich zu spüren in diesem Moment, und ich bin mir ganz sicher, dass Gott vom Himmel aus auf uns herab gelächelt hat.

Keine, keiner geht leer aus, wenn wir teilen, was wir haben - ohne Angst, selbst zu kurz zu kommen. Das ist etwas, was wir von Kindern lernen können. Als Erwachsene tun wir uns da oft schwer mit. Vielleicht auch, weil wir in Gedanken weniger in der Gegenwart als in der Zukunft sind und das, was wir besitzen, uns in irgendeiner Form Sicherheit verheißt. Und natürlich ist es sinnvoll, für die Zukunft zu sorgen, auch wenn wir uns da nichts vormachen sollten: Vieles liegt einfach nicht in unserer Hand. Was aber in unserer Hand liegt, sind diese kleinen Glücksmo-
mente, in denen wir über unseren Schatten springen und von unserem Überfluss abgeben. Teilen macht glücklich - mich und den anderen.

Wenn wir Gottesdienst feiern in diesen Tagen, dann können wir nicht Brot und Wein teilen. Aber wir teilen unsere Sorgen und Ängste, damit sie nicht unser Leben bestimmen. Wir teilen unsere Hoffnung und unsere Zuversicht, damit sie wachsen können. Wir geben in der Kollekte etwas ab von dem, was wir haben - damit keine, keiner leer ausgeht im Leben. Und ich bin mir sicher, dann ist es so wie in dem Lied: “Dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann
wohnt er schon in unserer Welt.”

Herzlichst, Ihre Zwischenzeit - Pastorin
Anne-Christin Ladwig
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Handschriftliche Lutherbibel - 2. Band mit dem 1. Petrusbrief

Eingang: 09.06.2020, Veröffentlicht: 09.06.2020

Handschriftliche Lutherbibel - 2. Band mit dem 1. Petrusbrief
Am 10. Februar 2019 wurde in einem Festgottesdienst die Handschriftliche Lutherbibel in zwei Bänden mit den Autoren präsentiert. Dort wurde auch angekündigt, die Bibel online zu stellen. Die Kapitel bis Philemon wurden bis Dezember 2019 online gestellt. Technische und zeitliche Probleme verhinderten eine weitere Veröffentlichung.

Jetzt werden die weiteren Kapitel kontinuierlich online gestellt:
Der 1. Petrusbrief ist jetzt online.

Wenn Sie auf den Buchumschlag des 2. Bandes oder den Button unter dem Buchumschlag klicken gelangen Sie zum 2. Band.

Bedienungshinweise:


Die Seiten werden wie beim Gemeindebrief umgeblättert. Zwei Navigationsleisten ermöglichen eine schnellen Zugriff auf die Kapitel jedes Buches.

Die 1. Navigationsleiste ermöglicht den Zugriff auf die Bücher. In Band1 sind dies die Evangelien:

UmV Umschlag Vorderseite

  Mt   Evangelium nach Matthäus

  Mk   Evangelium nach Markus

  Lk   Evangelium nach Lukas

 Joh  Evangelium nach Johannes

UmR Umschlagbereich Rückseite. Hier wird auf die 1. Seite nach dem letzten Buch gesprungen. Die Umschlagrückseite selbst ist einige Seiten weiter mit  →  erreichbar.

Band2 Aufruf des 2. Bandes mit den Briefen

Start Zurück zur Startseite von kirche-coppengrave.de

Über die 2. Navigationszeile gelangen Sie direkt zu den jeweiligen Kapiteln des Buches. Falls ein Buch mehr als 13 Kapitel hat, werden die Nummern der mittleren 11 Kapitel dynamisch angezeigt. Das erste und letzte Kapitel wird links und rechts im Button immer angezeigt. Falls ein Buch weniger als 13 Kapitel hat, werden alle Kaiptelnummern angezeigt.
Mit den beiden Pfeilbutton blättern Sie auf die nächste/vorherige Seite um. Dies erfolgt auch über die Kapitelgrenzen hinweg.

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  1   Kapitelnummer, die direkt angesprungen werden kann. (Hier das erste Kapitel)
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Terminänderungen in Coronazeiten

Eingang: 07.06.2020, Veröffentlicht: 07.06.2020

Folgende Terminänderungen sind aktuell bekannt:

Kunterbunt

Der Termin in der Begegnungsstätte in Coppengrave findet nicht statt, da diese geschlossen ist.
Statt dessen wird am 18.6. um 15 Uhr eine Andacht in der St. Franziskuskirche in Coppengrave gefeiert.
Ansprechpartner ist Renate Bosum

Frauenfrühstück

Das Frauenfrühstück im Gemeindehaus in Duingen am 10.6. entfällt.
Ansprechpartner ist Elke Fricke

Kirchenchor Duingen

Der Kirchenvorstand Duingen hat beschlossen, dass der Kirchenchor unter der Leitung von Petr Chrastina bis zum Jahresende 2020 nicht mehr probt.
Ansprechpartner ist Maria Sawatzky

Ökumenischer Pfingstgottesdienst an der Köhlerhütte unter schattigen Bäumen

Eingang: 01.06.2020, Veröffentlicht: 05.06.2020

Ökumenischer Pfingstgottesdienst an der Köhlerhütte unter schattigen Bäumen
Der ökumenische Gottesdienst am Pfingstmontag fand bei blauem Himmel an der Köhlerhütte statt. Die hohen Bäume sorgten für Schatten in der prallen Sonne. Über 80 Besucher kamen mit dem Fahrrad, zu Fuss oder mit dem Auto. Der Gottesdienst wurde von Pastorin Ladwig und Günter Werner von der kath. Kirche geleitet. Petra Woscholski begrüßte die vielen Besucher in Coronazeiten. Pastorin Ladwig stellte sich der Gemeinde vor. Der Gottesdienst stand unter dem Thema "Atem". Dazu war das Vorbereitungsteam kreativ unterwegs und hatte einige Aktionen vorbereitet. Da man in Coronazeiten sich nicht wie üblich per Handschlag begrüßen konnte, zeigte Günter Werner wie sich die Menschen anderen Ländern begrüßen. Die Besucher standen dazu auf und begrüßten sich auf indisch, japanisch, arabisch, uvm. Die Aufgabe an die Besucher war am Ende sich mit neuen Formen zu verabschieden.
Ursula Haman erläuterte in einem kleinen Vortrag, wie das Atmen beim Menschen funktioniert. Als weitere Überraschung wurden Seifenblasen von den Besuchern in die Luft geblasen. Pastorin Ann-Christin Ladwig predigte über den Atem, den Geist Gottes.
Musikalisch begleitete Petr Chrastina den Gottesdienst auf dem Piano. Frau Ladwig trug mit ihrer Familie auf den Gitarre das schöne Lied: "Möge die Strasse" vor. Dafür gab es Applaus.
Petra Woscholski verkündete, dass die Kollekte dieses Gottesdienstes für die Hospizgruppe Leinebergland e.V. am Ausgang gesammelt wird. Die 1. Vorsitzende Frau Leue-Reimann und die Koordinatorin Frau Oetjen erläuterten wie die Arbeit in der Hospizgruppe abläuft und welche Herausforderungen zu bewältigen sind.
Zum Abschied galt es neue Formen zu finden, dabei wurde auch der Gruß der Vulkanier verwendet.
Am Ausgang erhielt jeder Besucher noch ein Bonbon für den freien Atem. Auch Getränke waren bereitgestellt. Noch lange nach dem Gottesdienst wurden in der schönen Umgebung viele Gespräche geführt.
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Franzi 70

Eingang: 04.06.2020, Veröffentlicht: 04.06.2020

Franzi 70
Foto: Wodicka / GEP
Foto: Wodicka / GEP


Im Juni
Die Sonne so groß und die Schatten so klein.
Alles scheint leichter an solchen Tagen.
Ich wünsche dir, dass auch in deinem Leben
die Schatten schrumpfen und du das Licht spürst,
das dich umgibt, leuchtend und warm
wie ein Segen.
Tina Willms


Liebe Franzi Freunde,

so langsam kehrt wieder Alltag ein in unser Leben.
Vieles ist durch die Lockerungen wieder möglich,
wenn auch nicht so wie vorher.
So wird es Zeit, dass sich Franzi verabschiedet.
Franzi bedankt sich, dass er sie 70 Tage begleiten durfte
und hofft, dass er sie hin und wieder aufmuntern konnte.
Gelegentlich, wenn es sich ergibt, schaut er mal wieder vorbei.
Bis dahin wünscht er allen eine gute Zeit.

Bleiben Sie behütet und gesund
Petra Woscholski



Die Grafik ist durch die Kirchengemeinde Coppengrave lizensiert. Diese Grafik darf ohne Lizenz der GEP nicht kopiert oder veröffentlicht werden!


Franzi Aktionsliste

Aktion Franzi

Eingang: 04.06.2020, Veröffentlicht: 04.06.2020

Wiese


Hallo, herzlich willkommen. Darf ich mich vorstellen, ich bin Franzi und möchte Sie und euch während der Coronapandemie durch die Tage begleiten. Leider kann in unserer Kirchengemeinde das gewohnte Gemeindeleben und auch Gottesdienste zur Zeit nicht stattfinden. Deshalb habe ich mir gedacht, wir, d.h. ich und meine Freunde überraschen Sie jeden Tag mit einem kleinen Impuls auf dieser Seite.
Bitte klicken sie mich an. Später dann auch meine Freunde. Ich wünsche Ihnen viel Freude daran.

Hoffnungsbrief Nr. 11

Eingang: 03.06.2020, Veröffentlicht: 03.06.2020

Hoffnungsbrief Nr. 11
Foto: Ladwig

Liebe Gemeinde,

“Wie schön du bist” - so heißt ein Lied von Sarah Connor. Vor einigen Jahren wurde es von der krebskranken jungen Helena in einem Tonstudio in Berlin gecovert und aufgenommen, als sie schon deutlich gezeichnet war von der Chemotherapie. Schönheit ist für mich ein schwieriges Wort. Ich kenne Mädchen, die sich nur schön finden, wenn sie sich auf Größe 32 runtergehungert haben. Ich höre Leute spotten, wenn jemand nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, weil er oder sie zu dick ist oder nicht so gekleidet wie es grade hip ist, oder weil er Pickel hat oder sie eine Behinderung. In der Öffentlichkeit scheint Schönheit etwas zu sein, für das es einen Maßstab gibt, mit dem man Schönheit beurteilen kann.

Schönheit wird oft gleichgesetzt mit Perfektion. Ein perfekter Körper, eine makellose Haut, ein stylisches Outfit. Und oft ertappe ich mich dabei, dass ich auch Perfektion anstrebe - nicht unbedingt mit meinem Äußeren, aber in dem, was ich tue. Es soll schön sein, soll gefallen. Ich will gefallen und will, dass andere Menschen mich mögen. Der Wunsch nach Schönheit, nach Perfektion ist der Wunsch nach Anerkennung. Der Wunsch, wahrgenommen zu werden.

So gesehen ist Schönheit etwas, wo zwei dazu gehören einer, der schön ist, und einer, der das erkennt. Aber glücklicher Weise verwischen in der zwischenmenschlichen Begegnung die öffentlichen Maßstäbe von Schönheit. Ich habe mal gelesen, dass uns ein Gesicht, das wir häufig ansehen, schöner erscheint als ein fremdes Gesicht. Da ist es egal, ob dieses Gesicht perfekt ist es ist uns vertraut, wir haben es lieb gewonnen. Der Mensch, zu dem dieses Gesicht gehört, hat eine Bedeutung für uns und deshalb ist es für uns schön.

Schönheit ist Beziehungssache. Wir finden sie in der Beziehung zu anderen Menschen und wir finden sie in der Beziehung zu Gott. Die Beziehung zu ihm macht es für mich überhaupt erst möglich, wahre Schönheit zu entdecken - in mir selbst und im Anderen. Denn wir sind nach seinem Bild geschaffen; sind nicht vollkommen, aber besonders. Wir entfalten unsere Gaben oft eindrucksvoll, aber zugleich geraten wir immer wieder ins Trudeln. Scheitern. Sehen alt aus. Wir brauchen immer wieder Vergebung und Neuanfänge. Aber trotz aller Unvollkommenheit sind und bleiben wir Gottes Ebenbild. Für mich ist das die Grundlage meiner Arbeit in und an Gottes Welt. Jeder Mensch, dem ich begegne, ist Gottes Ebenbild. Ich bin es ihm und Gott schuldig, ihn zu lieben als meinen Nächsten, als Menschen, der mir anvertraut ist. Meine Aufgabe ist es, die Schönheit des anderen zu entdecken und ihm in unserer Begegnung zu zeigen: Du bist schön.

Wenn ich mir überlege, wie ich mir Kirche und Gemeinde wünsche, dann ist das ein ganz wichtiger Punkt: Gemeinde als ein Ort, an dem Menschen ihre Schönheit entdecken. Ihre Gaben, das, was in ihnen steckt. Ein Raum, in dem sich alle Menschen, ob jung oder alt, gesund oder krank, heimisch oder fremd, entfalten können zu dem Leben, das Gott sich für sie erdacht hat. Ein Ort, an dem sie signalisiert bekommen: Du bist schön! So, wie du bist, bereicherst du das Leben!

Wie schön du bist! Sarah Connor hat dieses Lied für ihren pubertierenden Sohn geschrieben …der wie viele Jugendliche in dem Alter genau daran zweifelt. Helena hat dieses Lied gesungen und damit der Welt gezeigt, wieviel Schönheit in einem unvollkommenen kranken Körper steckt. Und in unserer Beziehung zu Gott können wir es immer wieder erfahren: Du bist schön! So, wie du bist, bist du einzigartig. Einer wie der andere Gottes Ebenbild, aber doch keine wie die andere - sondern jede, jeder besonders, unverwechselbar und auf die je eigene Art vollkommen.

Herzlichst, Ihre Zwischenzeit - Pastorin
Anne-Christin Ladwig
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